Unternehmerabend - gemeinsam für "Wir an der Vechte"


Vernetzung am Beispiel der Ems-Achse

Was Vernetzung bedeutet, welche Impulse und Mehrwerte es für Wirtschaft und Kommunen bieten kann, machte Dr. Dirk Lüerßen am Beispiel der Wachstumsregion Ems-Achse e.V., deren Geschäftsführer er ist, deutlich. Als zentrales Beispiel der Ems-Achse hob er die Jobachse und die Fachkräftegewinnung hervor und unterstrich die Bedeutung und Stellenwert der weichen Standortfaktoren. Bei allem Negativen, was Corona mit sich gebracht hat, führte die Pandemie nach seinen Worten auch zu einem Umdenken in den Köpfen vieler Familien. Dabei hat nach seiner Auffassung der ländliche Raum auch dank der Digitalisierung und dem Ausbau des Breitbandnetzes bei der Wohnortsuche an Attraktivität gewonnen.

Neue Vernetzung auf lokaler Ebene für Wirtschaft und Marketing

Das Stichwort Vernetzung war im Anschluss Thema von Katharina Mehring von der Firma pro-t-in. Sie warb auf lokaler Ebene für starke Strukturen und für eine großes Netzwerk für Emlichheim. Die Emlichheimer Werbegemeinschaft und der VVV, als Verein für Veranstaltungen und Tourismus, hatten zuvor in mehreren von pro-t-in und der Kommune begleiteten Workshops eine Zukunftsstrategie erarbeitet.  Sie setzen darauf, die lokalen Kräfte zukünftig in einer neuen Vereinigung zu bündeln, die nicht nur die Interessen der Emlichheimer Kaufmannschaft, sondern der gesamten Wirtschaft, also auch Handwerk, Industrie und Dienstleistungen vertritt. Bisher gibt es keine gemeinsame Vernetzungsstruktur. Mehring warb bei den zum Unternehmerabend eingeladenen Emlichheimer Betrieben dafür, sich aktiv für eine neue Plattform für Wirtschaft und Marketing einbringen. So könne man gemeinsam die Attraktivität als Wirtschafts – und Tourismusstandort steigern. Gleiches könne auch im Bereich von Veranstaltungen geschehen. Als Beispiel wurde von ihr die Nachnutzung der Alten Molkerei genannt und auch das grenzüberschreitende Projekt des Europarks. Auch für die Fachkräfte und Nachwuchsgewinnung könne eine neue starke Vereinigung einen Mehrwert bieten. Ihr Aufruf: „Machen Sie mit für „Wir an der Vechte“ und ziehen Sie an einem Strang! Und vor allem, ziehen Sie mit!“

Erste Interessensbekundungen wurden am Unternehmeabend abgegeben

Der Aufruf von Mehring zog bei den Teilnehmenden. Gemeindedirektorin Kösters konnte nach einer regen Diskussion und nach dem anschließenden Networking die ersten unterzeichneten Interessensbekundungen einer Mitgliedschaft in der neuen Dachorganisation für Wirtschaft, Tourismus und Marketing „Wir an der Vechte“ in Empfang nehmen. Einig waren sich die Anwesenden, dass die Mitgliedschaft nicht nur für die in der Gemeinde Emlichheim ansässigen Betriebe offen sein soll, sondern für alle im Gebiet der Samtgemeinde aktiven Unternehmen. Auch eine Beteiligung der kommunalen Seite wurde gewünscht. „Die Vechte wurde bewusst als namensstiftend gewählt, weil man offen sein möchte für Akteure aus allen Mitgliedsgemeinden in der Samtgemeinde“, teilte Kösters mit. Ziel ist, spätestens Anfang nächsten Jahres zu einer Gründungsversammlung einzuladen. „Doch nicht nur Unternehmen, auch andere interessierte Akteure, denen eine lebendige und attraktive Samtgemeinde wichtig ist, sollen mitmachen können. Wir brauchen neben einer starken Wirtschaft und den Kommunen auch engagierte und tatkräftige Menschen,“ betonte Kösters. Im Rathaus in der Stabstelle „Wirtschaft und Tourismus“ liegen Flyer und Anmeldungen zur Interessensbekundung aus. Sie werden in den kommenden Tagen ebenfalls auf der Homepage zum Download zur Verfügung gestellt.

Weitere Intressierte gewinnen

Nach der ersten Vorstellung am Emlichheimer Unternehmerabend soll nach dem positiven Feedback die Idee der neuen Vereinigung „Wir an der Vechte“ auch breiter gestreut werden, um weitere Intressierte für eine Gründung zu gewinnen. Daneben wird in Kürze ein weiterer Austausch über Gründungsmodalitäten wie die künftige Rechtsform, konkrete Inhalte und Ziele, Beitragsstrukturen und kommunale Unterstützung stattfinden.