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Geschichte

In der Samtgemeinde Emlichheim, die im Nordwesten des Landkreises Grafschaft Bentheim unmittelbar an der deutsch-niederländischen Grenze gelegen ist, leben auf einer Fläche von 184,7 km2 ca. 14.400 Menschen.

 

Diese sind zumeist heimatverbundene Grafschafter, zu denen auch jene Mitbürger geworden sind, die sich erst nach dem Kriege durch die Industrialisierung Emlichheims hier angesiedelt haben.

 

Das politische Gebilde der Samtgemeinde Emlichheim, die im Umkreis der Mittelpunktgemeinde Emlichheim ländlich geprägt ist, besteht erst seit der Gebietsreform am 01. März 1974.

 

Der Nahbereich der Samtgemeinde Emlichheim blickt jedoch auf eine sehr alte Geschichte zurück. Der Überlieferung nach bestand Emlichheim bereits um das Jahr 800 unter Karl dem Großen.Urgeschichtliche Funde lassen auf eine sehr frühe Besiedlung schließen. Anlässlich der Vechteregulierung wurde im Jahre 1961 ein sehr schön bearbeitetes Steinbeil gefunden, welches nach Ansicht von Sachverständigen mehr als 3.000 Jahre alt sein soll. Ein weiteres Zeichen aus alter Zeit ist die reformierte Kirche. Sie wurde aus Bentheimer Sandstein gebaut und ist einst direkt an der Vechte errichtet worden. Der älteste Teil der Ev.-ref. Kirche ist die Nordmauer. Sie stammt aus der Zeit um 1150. Urkundlich erwähnt wird Emlichheim erstmals im Jahre 1312.
Reformierte Kirche
Reformierte Kirche

 

Das Gebiet der damaligen "Herrlichkeit" Emlichheim ist nahezu mit dem Bereich der heutigen Samtgemeinde Emlichheim identisch. Es umfasste seinerzeit den Bereich des späteren Kirchspiels Emlichheim, dem auch die jetzigen Kirchspiele Laar und Arkel (Hoogstede) angehörten. Durchzogen wird die Samtgemeinde Emlichheim zum einen von der Vechte, die zwar schon um 1200 als Schifffahrtsweg von großer Bedeutung war, jedoch heute als solcher nicht mehr genutzt wird, und zum anderen von dem Coevorden-Piccardie-Kanal, der in den Jahren 1878 - 1882 ausgebaut wurde. Durch den Bau dieses Kanals sowie auch durch den Anschluss der Gemeinde Emlichheim an das Eisenbahnnetz im Jahre 1910 wurde die Gemeinde Emlichheim wirtschaftlich erschlossen.

 

Coevorden-Piccardie-Kanal
Coevorden-Piccardie-Kanal
Die Industrialisierung begann in Emlichheim mit der Errichtung einer Papier- und Strohpappenfabrik am Coevorden-Piccardie-Kanal im Jahre 1913. Diese Fabrik wurde dann im Jahre 1927 zu einer Kartoffelmehlfabrik umgebaut. Auf diesem Gelände werden zur Zeit jährlich bis zu 1 Mio. Tonnen Kartoffeln zur Stärkegewinnung von der Fa. Emsland-Stärke im Werk Emlichheim verarbeitet. Die Firma Emsland-Stärke ist damit der größte Kartoffelstärkeproduzent der Bundesrepublik Deutschland mit einer Belegschaft von zur Zeit ca. 560 Arbeitnehmern. Die Firma Emsland-Stärke stellt sowohl für viele hiesige als auch für viele auswärtige landwirtschaftliche Betriebe im gesamten Emsland und teilweise auch in den Niederlanden eine Existenzgrundlage dar.

 

Oelpumpe
Oelpumpe
Die eigentliche wirtschaftliche und industrielle Belebung erlebte die bis dahin überwiegend durch die Landwirtschaft geprägte Gemeinde jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Jahre 1943 wurde eine Bohrung bei der Suche nach Erdöl eruptiv fündig. Weitere Bohrungen wurden abgeteuft und im Jahre 1945 quoll aus acht Bohrungen das "Schwarze Gold". Durch die einsetzende Erdölindustrie fanden etwa 1.500 Heimatvertriebene und Flüchtlinge im Bereich der Samtgemeinde eine neue Heimat. Heute ist die Erdöl- und Erdgasgewinnung überall im Samtgemeindebereich anzutreffen, insbesondere jedoch in Emlichheim-Weusten, im Ortsteil Scheerhorn der Gemeinde Hoogstede und in der Gemeinde Laar.