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Zwei echte Volksschauspieler

Ehrung für Hermannes Brinkmann und Egbert Kuipers in Emlichheimer

Quelle und Foto: Grafschafter Nachrichten vom 05.03.2010



Von Gerold Meppelink - Emlichheim. Schon zu Beginn der 1950er Jahre liebte Hermannes Brinkmann als Jugendlicher die Theateraufführungen des kirchlichen Gesangvereins Emlichheim. Insbesondere bewunderte er das Spiel von Egbert Kuipers. Seine Begeisterung war so groß, dass er beschloss: „Da willst du auch mitmachen.“
Damals konnte er natürlich nicht ahnen, dass er später für lange Zeit mit Egbert Kuipers das Traumduo des Emlichheimer plattdeutschen Theaterspiels bilden würde. Selbst für das diesjährige Theaterstück haben sie sich noch einmal bereit erklärt, mitzumachen. So kann Hermannes Brinkmann auf 55 Jahre und Egbert Kuipers auf über 60 Jahre Theaterspiel zurückblicken.
Ihre Präsenz und Vitalität auf der Bühne ist ungebrochen. „Ich ziehe den Hut vor Egberts Leistungen. Nur ihm zuliebe habe ich mich noch einmal überreden lassen, mitzumachen. Ich weiß, wie gerne er Theater spielt“, sagt Hermannes Brinkmann. „Egbert ist von einem unheilbarem Virus befallen“, ergänzt seine Frau Zwanette Kuipers, die zu Beginn des Stücks die Schauspieler mit selbst geschmiedeten Versen vorstellt. „Der Virus heißt Theaterspiel. Seine Leidenschaft dafür ist einmalig.“
Die beiden laufen zur Höchstform auf, wenn sie merken, dass das Publikum mitzieht und auf ihre Sprüche und Späße eingeht. Dann gibt es auch schon mal spontane Einlagen, die nicht im Drehbuch stehen. Auch haben sie mit ihrer Schlagfertigkeit schon des Öfteren bei Durchhängern die Situation gerettet. Ihnen kommt zugute, dass sie sich blind verstehen. „Ich kann im Gesicht von Hermannes sehen, was er denkt“, sagt Egbert Kuipers.
Sie freuen sich, dass auch heute noch das Interesse an den plattdeutschen Theaterstücken ungebrochen ist, trotz der großen Konkurrenz durch die Medien. Die Vorstellungen sind in der Regel ausverkauft. „Es ist erstaunlich, dass alle da sind, Junge wie Alte. Wenn wir dann merken, dass die Leute herzhaft lachen und wir ihnen ein paar unbeschwerte Stunden beschert haben, ist das für uns der schönste Lohn“, sagt Brinkmann. Wichtig ist ihnen, dass echtes „Emmelkamper Platt“ gesprochen wird. So wird in dem aktuellen Stück „De dree Blindgängers“ eben nicht das Hühnerauge, sondern ein „Liekdörn“ entfernt.
Beide Volksschauspieler waren in ihrer aktiven Zeit fast bei jeder Aufführung des Gesangvereins dabei und haben dabei unzählige Rollen gespielt: Von den jugendlichen Liebhabern bis zu den „fiesen Charakteren“, die Hermannes Brinkmann besonders gerne gespielt hat. Das Textlernen war für ihn kein Problem: „Hauptsächlich habe ich die Rolle beim Üben einstudiert. So konnte ich sie auch besser der Situation anpassen“, berichtet er.
Wegen ihrer großen Verdienste um das Theaterspiel des Gesangvereins überraschte der Chor nunmehr Egbert Kuipers und Hermannes Brinkmann zu Beginn der Mittwochvorstellung mit einer Ehrung. Chorleiter und Regisseur Helmut Leonhardt dankte „für die lange Zeit der Treue, für den Enthusiasmus und für die Einsatzbereitschaft“, und die Chorvorsitzende Jenni Pol ergänzte: „Die beiden sind der beste Beweis dafür, dass Theaterspielen gesund erhält. Es muss etwas daran sein, denn auch Johannes Heesters steht mit 105 Jahren noch auf der Bühne.“
So lange werden die Emlichheimer sie wohl nicht auf der Bühne erleben. „Dieses Jahr ist ein wunderbarer Abschluss mit Egbert, jetzt sollten wir ans Aufhören denken“, bereitete Brinkmann das Publikum schon mal auf eine Zeit ohne die Schauspieler-Originale vor.


GN_mep_Ehrung-Kuipers-Brinkmann 1.jpg

 
erstellt am 05.03.2010

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